Ein neues Jahr bringt neue Projekte, neue Entwürfe und neue Herausforderungen. Lumion ist dabei für Architekt:innen und Planer:innen ein täglicher Begleiter vom ersten Entwurf bis zur finalen Visualisierung. Starten Sie das neue Jahr mit den richtigen Lumion-Vorsätzen und schaffen Sie die Grundlage für effizienteres, strukturierteres und überzeugenderes Rendern.
| Rendering in Lumion 2025.2 |
1. Struktur, Ordnung und Grundlagen
Überprüfen Sie Ihr 3D-Modell gründlich, bevor Sie es in Lumion importieren. Nutzen Sie den LiveSync-Modus, um Änderungen in Echtzeit zu kontrollieren, und exportieren Sie nur die wirklich relevanten Elemente. Je sauberer und klarer Ihr Modell aufgebaut ist, desto realistischer und störungsfreier wird am Ende das Ergebnis.
Wichtig dabei: Schaffen Sie Struktur und Ordnung von Anfang an. Strukturierte Szenen sind ein echter Zeitgewinn. Durch saubere Gruppen und Layer lassen sich Anpassungen deutlich schneller umsetzen, Varianten einfacher testen und Fehler leichter korrigieren.
| Layer |
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| Gruppe erstellen |
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| Gruppenbibliothek |
Falls Sie in komplexen Szenen gezielt nach einzelnen Objekten suchen möchten, hilft der Szenen-Inspektor, verfügbar ab Lumion Version 2025. Mit diesem Werkzeug lassen sich Elemente schnell auffinden und verwalten, besonders bei umfangreichen Projekten ein großer Vorteil.
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| Szenen-Inspektor |
2. Kamera-Grundlagen
Kameraperspektive und Bildausschnitte:
Legen Sie frühzeitig die Kameraperspektiven und Bildausschnitte fest, die später gerendert werden sollen. So vermeiden Sie unnötige Arbeit an Bereichen, die im finalen Bild gar nicht sichtbar sind, etwa das Möblieren oder Detaillieren von Zonen außerhalb des Sichtfelds. Ein klar definierter Bildausschnitt spart Zeit und hilft, den Fokus auf das Wesentliche zu richten.
Selbst ein hervorragend modelliertes Projekt verliert an Wirkung, wenn die Kameraperspektive nicht stimmt. Schiefe Horizonte oder extreme Weitwinkel verzerren das Bild und lassen Renderings schnell unprofessionell erscheinen. Halten Sie die Kamera idealerweise auf Augenhöhe, etwa 1,6 bis 1,7 Meter über dem Boden.
| Einstellen der Kameraperspektive |
Zusätzlich lohnt es sich, grundlegende Kompositionsregeln zu berücksichtigen, allen voran die Drittelregel. Stellen Sie sich vor, Ihr Bild wird durch zwei horizontale und zwei vertikale Linien in neun gleich große Felder unterteilt (3 × 3). Die vier Schnittpunkte dieser Linien gelten als sogenannte „starke Punkte“. Werden wichtige Bildelemente entlang dieser Linien oder an ihren Schnittpunkten platziert, wirkt die Komposition harmonischer, natürlicher und spannender als bei einer rein zentralen Anordnung.
| Drittelregel - Komposition |
Hilfreich sind außerdem Funktionen wie die Zwei-Punkt-Perspektive, mit der sich vertikale Linien begradigen lassen. So entsteht eine klare, ruhige Bildwirkung und eine professionelle Gesamtkomposition.
Zwei-Punkt-Perspektive
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3. Belichtung bestimmt Atmosphäre
Ein guter Vorsatz für 2026: Licht hat Priorität. Tageszeit, Sonnenstand und Grundbeleuchtung sollten früh festgelegt werden. Erst wenn die Lichtstimmung überzeugt, lohnt es sich, Möbel, Menschen oder Dekoration hinzuzufügen. So bleibt das Bild klar und wird nicht von Details überlagert.
Die Beleuchtung ist entscheidend für die Wirkung eines Renderings. Zu helles oder flaches Licht lässt Szenen leblos erscheinen, während zu dunkle Einstellungen wichtige Details verschlucken. Definieren Sie daher eine klare Hauptlichtquelle, meist die Sonne und experimentieren Sie mit unterschiedlichen Tageszeiten, etwa über das Reale-Himmel-Tool. Besonders Morgen- und Abendlicht erzeugen warme, stimmungsvolle Effekte.
Sonnen-Tool
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| Reale-Himmel-Tool |
Achten Sie auf natürliche Schattenverläufe und ausgewogene Lichtkontraste, um Tiefe und Atmosphäre zu schaffen. Ergänzen Sie das natürliche Licht gezielt durch indirekte und künstliche Lichtquellen. Wandlampen, Spots oder Innenbeleuchtungen verleihen Räumen zusätzliche Lebendigkeit und betonen die räumliche Tiefe. Eine ausgewogene Kombination aus natürlichem und künstlichem Licht sorgt für realistischere und emotional ansprechendere Renderings.
Lichtbibliothek
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Die Lumion-Effekt-Bibliothek bietet eine Vielzahl an Wetter-Tools, mit denen sich unterschiedlichste Atmosphären realistisch darstellen lassen. Wie Sie verschiedene Atmosphären in Lumion darstellen erfahren Sie im Blog vom 11.06.2025: Stimmungsmacher Lumion
| Verschiedene Atmosphären in Lumion darstellen |
4. Materialien bewusster einsetzen
Sind alle grundlegenden Einstellungen getroffen, geht es im nächsten Schritt ins Detail.
Wenn Tageszeit, Wetter und Belichtung bereits festgelegt sind, wird sichtbar, wie Materialien und Oberflächen auf Licht und Atmosphäre reagieren. Genau hier entscheidet sich, ob ein Rendering glaubwürdig wirkt oder nicht.
Realistische Renderings leben von Details, aber nicht von Perfektion. Materialien wirken besonders authentisch, wenn sie leichte Unregelmäßigkeiten aufweisen. Angepasste Rauigkeit, dezente Spiegelungen und zurückhaltende Texturen sorgen für Tiefe und Realismus. Die integrierte Lumion-Bibliothek bietet zwar eine große Auswahl an Oberflächen und Materialien.
Um die Haptik einer Oberfläche gezielt zu steuern, stehen in den Materialeinstellungen Parameter wie Relief, Rauheit, Spiegelung und Metallartigkeit zur Verfügung. Diese Werte bestimmen maßgeblich, wie Licht und Reflexionen auf dem Modell wirken.
| Parameter in den Materialeinstellungen |
Zusätzlich lässt sich in Lumion der Grad der Verwitterung individuell anpassen. Materialien können dadurch gealtert, leicht verschmutzt oder bewusst unregelmäßig wirken, je nachdem, welche Atmosphäre erzeugt werden soll. Mehr über dieses Thema erfahren Sie im Blogbeitrag vom 07.08.2025: Schön gealtert - Verwitterung in Lumion.
| Verwitterungstool |
Achten Sie außerdem darauf, realistische Texturen in der richtigen Skalierung zu verwenden. In den Materialeinstellungen lassen sich Ausrichtung, Orientierung und Materialkoordinaten anpassen, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzielen.
| Skalierung und Ausrichtung |
Weitere Optionen wie Kanten glätten, Sättigung der Textur oder Klarlack helfen dabei, Materialien fein abzustimmen und ein harmonisches, glaubwürdiges Rendering zu erzeugen.
| Parameter in den Materialeinstellungen |
5. Effekte, Wirkung und Presets
Ein häufiger Fehler beim Rendern ist der übermäßige Einsatz von Effekten. Wer sich bewusst auf wenige, harmonisch kombinierte Effekte konzentriert, erzielt in der Regel realistischere, ruhigere und professionellere Renderings.
Lumion bietet eine beeindruckende Auswahl an Effekten, von Farbanpassungen und LUTs über Tiefenschärfe bis hin zu Überstrahlen. Werden jedoch zu viele Effekte gleichzeitig eingesetzt, wirkt das Bild schnell überladen und künstlich. Die Nachbearbeitung sollte lediglich den letzten Feinschliff liefern und nicht das gesamte Bild dominieren. Ein guter Vorsatz für 2026 lautet daher: weniger Effekte, mehr Wirkung. Häufig gilt beim Rendern tatsächlich, weniger ist mehr.
Wer regelmäßig mit Lumion arbeitet, profitiert zudem stark von eigenen Presets. Gespeicherte Effektkombinationen, wiederkehrende Farblooks oder bevorzugte Lichtstimmungen beschleunigen den Workflow und sorgen für eine konsistente Bildsprache. Besonders für Architekturbüros ist dies ein wichtiger Schritt zu einem klaren, wiedererkennbaren visuellen Auftritt.
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| gespeicherte Presets |
6. Tests-Renderings und Varianten
Kleine Test-Renderings in niedriger Auflösung sind ein wirkungsvolles Mittel, um schnell Perspektiven, Lichtstimmungen, Materialien und Effekte unterschiedlicher Varianten miteinander zu vergleichen, ohne jedes Mal viel Zeit in ein aufwendiges Final-Rendering investieren zu müssen.
Zusätzliche Unterstützung bietet der ab Lumion 2025 integrierte KI-Upscaler. Damit lassen sich auch Renderings in geringerer Auflösung effizient hochskalieren, ohne spürbare Qualitätseinbußen. So sparen Sie Rechenzeit, testen Varianten schneller und kommen dennoch zu hochwertigen Endergebnissen.
KI-Upscaler und Formate |
Ein weiteres seit Lumion 2025 verfügbares Tool ist die Lumion Cloud. Teilen Sie Ihre Renderings direkt in der Cloud und holen Sie gezielt Feedback zu Ihren Varianten ein.
| Upload in die Lumion Cloud |
7. Inspiration und Blick schärfen
Gute Renderings entstehen nicht nur im Programm, sondern auch durch den Blick nach außen. Lassen Sie sich auf unseren Social-Media-Kanälen inspirieren und speichern Sie Ihre Projekte in der Lumion Cloud, um sie jederzeit erneut anzusehen, zu vergleichen und als Inspirationsquelle zu nutzen.
| Youtube: LumionDeutschland-by-CYCOT |
Instagram: lumion_deutschland_bycycot
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Ein guter Vorsatz für 2026: Inspiration entsteht nicht nur im digitalen Raum. Auch die Außenwelt bietet neue Ideen. Nehmen Sie sich bewusst eine Pause und kehren Sie mit neuer Inspiration und Energie zurück.



